Orte der Republik von Salo'

Ganz Italien war vom Zweiten Weltkrieg betroffen und dadurch in zwei Teile getrennt. Von Rom südwärts schloss sich die Armee den USA und Großbritannien an, im Norden dagegen hielt der faschistische Widerstand dem Vormarsch entgegen. So entstand die Italienische Sozialrepublik, und der Regierungssitz wurde südwestlich des Gardasees eingerichtet. Mit Salò als Hauptstadt versuchten Mussolini und Hitler, das faschistische Italien neu zu organisieren.

Die Präsenz dieser historischen Phase in diesem landschaftlich einzigartigen Naturparadies ist heute nach wie vor sehr lebendig. An vielen Orten findet man verschiedene Denkmäler und Zeugnisse der unzähligen Kulturen, die das Gebiet geprägt haben.
In Gargnano ließ Mussolini sich in der fantastischen Villa Feltrinelli nieder, die damals bescheiden und einfach eingerichtet war. In Bogliaco hielten sich Giovanni Dolfin, der Leiter des Sondersekretariats, auf, außerdem die Wachen Mussolinis in der Kaserne Degli Alpini und die Truppen der Republik von Salò auf dem Golfplatz. Der Palazzo Bettoni wurde zum Sitz des Ministerratspräsidiums.
In Maderno siedelten sich die Funktionäre an, die Mussolini am nächsten standen, während man Gardone Riviera als Prestigeort (dank der vielen Villen am See) und Krankenstation (zugängliches Gebiet für die Genfer Konvention) benutzte.
In Salò befand sich der Sitz des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und Volkskultur, und hier waren auch die Polizeikommandantur und die Guardia Nazionale Repubblicana (Spitze der Carabinieri) untergebracht. Von Salò bis Desenzano über Portese und San Felice del Benaco sind unzählige weitere Villen verstreut, die als Residenz für Minister und enge Mitarbeiter Mussolinis dienten.

Die Republik war über den gesamten Gardasee verteilt, wodurch die Minister kaum miteinander kommunizieren konnten. Als die Bombardements begonnen und sich der Konflikt verschärfte, mussten seine Kollaborateure tagelang laufen, um Mussolini zu erreichen und wichtige Entscheidungen zu treffen.
Bis 1945, dem Jahr der Befreiung und des Endes der Italienischen Sozialrepublik von Salò, blieb Italien ein geteiltes Land. Mussolini und seine Leute starben am 28. April in der Nähe des Comer Sees.